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bei mir in der praxis ist mal wieder ein untermieter ausgezogen. ich habs ganz relaxt gesehen, dass der jetzt geht. im gegenteil, war froh darum. er hat mir nichts bedeutet, eine zusammenarbeit war nicht möglich, was ich mir aber eigentlich wünsche. eine gemeinschaftspraxis, wo man zusammen am gleichen strick zieht. egal. es musste wohl bisher so sein, dass meine 3 untermieter einfach die miete zahlen und sonst merke ich nicht viel von ihnen.

ich überlegte mir sogar, den raum für mich zu behalten, als büro oder als ruheraum für meine patienten oder so. jedenfalls ist mir jetzt von selber eine lösung in den schoss gefallen. eine, die ich bereits seit jahren von meiner jetzigen schule kenne, kommt nun zu mir. heute abend haben wir den deal per handschlag beschlossen. sie hat einen ähnlichen werdegang wie ich, ist seit 10 jahren im business, auch wenn sie bis jetzt noch 40 prozent nebenbei einen bürojob hatte. den hat sie jetzt aufgegeben und will auch voll auf selbständig machen.

super. ich freue mich. könnte wunderbar werden, mit ihr zusammen zu arbeiten. zusammen am gleichen stick ziehen, für notfälle da sein wenn die andere ferien macht, fallbesprechungen, wenn man nicht weiter weiss, eventuell sogar zusammen nach vietnam, in einer akup*unkturklinik ein praktikum machen....

die essenz dieser woche ist: ich soll, will, kann, darf, muss einfach mich sein, mein leben leben. und was dann übrig bleibt, ist richtig und gut und stimmig. was weg fällt, ja darum ist es eh nicht schade.

ich habe begriffen, dass eines meiner beziehungsmuster war, mich extrem anzupassen. uns dies habe ich auch bei d. angefangen. mich bewusst oder unbewusst nach seinem terminkalender zu richten. ja klar, er hat kinder und kann nicht immer, also schaufle ich mir die zeit frei, in der er tendentiell kann. und auch bei seinen kindern wollte ich es irgendwie extrem gut machen. war es mir wichtig, dass sie mich mögen. habe mich angestrengt. gleichzeitig ihm gesagt, was er besser machen könnte. denn es läuft vieles neben der spur in dieser familie.

nun, nach einem halben jahr hat mich die erkenntnis geküsst, dass ich überhaupt nichts muss. rein gar nichts. am besten konzentrier ich mich einfach auf mich und mein leben. und wenns dann grad so passt, dann kann ich mit ihm und ev. auch mit seinen kindern zusammen sein. und dies fühlt sich gut an. so habe ich auch keine ansprüche an ihn, die er nicht erfüllen kann und nehme die verantwortung für mein glück wieder in die eigenen hände. und ich bin sicher, es wird genug zeit und raum für unsere liebe übrig bleiben.

was genau erwarte ich von einem mann? was genau erwarte ich von einer beziehung? dies sollte ich wohl mal rausfinden, bevor ich mich einfach unrund fühle und pauschal erwarte, dass mich ein mann glücklich macht ;-).

warum ich weitermache? weil er mir zum geburtstag eine fünf meter lange wunderschöne und geweihte flagge geschenkt hat, die jetzt auf meiner terrasse flattert. und mich sowas von erfüllt und berührt.

weil es für mich schwierig war, wie fast jeden sonntag, als er nachhause ging. er, der so wenig platz hat in seinem herzen für ich. denn da kommen seine wundervollen, furchtbar schwierigen töchter, seine exfrau, von der er, trotz 10 jahre trennung noch nicht geschieden ist, und dann, dann irgendwann, dann komme ich. und er hätte gerne, ich wäre an erster stelle. das spüre ich.

jedenfalls bin ich jetzt sonntag abends wieder alleine. erstens ist das schwer, weil ich es in meiner vorigen beziehung sonntag abends immer sehr schön hatte. oft habe ich gebadet, und er hat gekocht, wir haben zusammen vor dem tv gegessen. es war kuschlig, heimeilig und bieder.

auf der einen seite vermisse ich das, darum werde ich extrem traurig wenn d. mich sonntag abends verlässt, auf der anderen seite merke ich auch das potential.

will ich wirklich wieder so nen sicheren hafen? so ne kuschlig biedere beziehung, die zwar gemütlich ist, einen aber auch stagnieren lässt? jedwelche langeweile mit zweisamkeit füllt, und einem so nicht antreibt, sich selbst zu verwirklichen?

oder will ich genau dies? die einsamkeit am sonntag abend, die mich meine gebetsfahne betrachten lässt, und wo ich mit einem mal weiss, wenn ich wirklich noch berge versetzen will in diesem leben, dann nur so? wenn ich wirklich was erreichen will beruflich, mein bestes werden will, dann vielleicht nur so? zurückgeworfen auf mich selber, aufgefordert, stark zu sein? mit einem partner an meiner seite, der zwar meine seele berührt, in dieser welt aber noch extrem viele andere pfichten hat, als sich um mich zu kümmern?

ich wünsche, ich bin stark genug...

und sollte mal meine vorstellung von einer beziehung definieren, um zu schauen, was mich wirklich glücklich macht. denn sollte sich dann herausstellen, dass ich eh mein glück nicht in einer beziehung finde, wäre es extrem schade um diese gelegenheit...

er ist wunderbar, aber anderes auch...

wie stark die männer mein leben und meine emotionen bestimmen können....

 

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