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Ich lese ein Buch. So ein Ratgeber-Buch. Grundprinzip ist verzeihen anstatt zu verurteilen. Denn wir sind ja alles nur Menschen. Und so auf dem Verzeih-trip, sind wir freien Geistes, um uns um unsere Angelegenheiten und unser Geschick und unsere Pläne zu kümmern. Ich find die Idee ja wunderbar. Erstens hat mich schon immer die Sequenz aus der Bibel fasziniert, wo eine Frau, ich glaub es war sogar Maria Magdalena, die find ich eh (ohne allzuviel über sie zu wissen) ganz chic, vielleicht nur aus einer Parallele zu meinem Namen, was mir, als ganz junge Frau und der Provence an einem Seminar über Feldenkreis und Tanz, ein ganz eindrucksvoller Mann mal gesteckt hat. Uffff. Das war ja jetzt ein langer Satz…. Und die Sequenz die ich meine ist in etwa die: Der, der noch nie gesündigt hat werfe den ersten Stein…
Ja, obwohl biblischen Alters dieser Spruch, finde ich ihn extrem eindrücklich. Was wäre, wenn wir wirklich aufhören würden, uns zu verurteilen, ob verbal oder mit Steinen, was ja Gott sei Dank heute, jedenfalls in der westlichen Hemisphäre (sagt man das überhaupt so? Tönt jedenfalls ein bisschen beeindruckend ;-) wohl hoffentlich nicht mehr passiert. Also das Steinigen meine ich. Und statt dessen einfach unseres Weges weitergehen würden? Die Energie für uns zu behalten, für unsere Pläne?
Schon immer denke ich, weil einer ein Arsch zu mir ist, strenge ich mich doch an, mich selber zu bleiben, und nicht mit der gleichen Arsch-Art entgegenzuhalten… Legitimiert von der: Er hat angefangen-Sandkasten-Arsch-Art.
Viel zu oft läuft es so. Momentan bin ich echt überzeugt, dies könnte den Weltfrieden auslösen. Leider geh ich den meisten damit auf den Sack ;-O. Weil ich dann halt auch ein bisschen Guru-Haft bin, im vertreten der neuen Erkenntnis, und so auch schon wieder die andern verurteile, die verurteilen anstatt vergeben…
Live is not that easy…
Und einfach über andere Lästern und Herziehen extrem faszinierend und befriedigend...
zuckerwattewolkenmond meinte am 17. Jul, 22:40:
Mich mußt du
davon nicht mehr überzeugen, denn das ist ein Thema, mit dem ich gerade auch sehr zu tun habe und genau dieselben Schlüsse gezogen habe. Ich habe festgestellt, daß ich es nicht verhindern kann, daß mich bestimmte rücksichtslose Ä... wütend machen und das ist auch gut so, aber ich habe ebenfalls festgestellt, daß es zwei ganz verschiedene Arten von Wut gibt, bzw. Arten damit umzugehen. Zum einen gibt es diese Wut, mit welcher man ständig gegen das ankämpft, was einen ärgert, und dabei mit den Gedanken und der Energie ständig beim anderen, bzw. dem Problem ist, wodurch man sich noch hilfloser fühlt Zum anderen gibt es aber diese - ich nenne sie selbstermächtigende Wut -, deren Energie ich alleine nutze, um mir selbst noch mehr Fürsorge und Rückhalt zu geben, und mich auf mich selbst und mein Wohlbefinden zu konzentrieren. Damit fängt man automatisch an, seine Energie nicht mehr zu verpulvern und seitdem geht es mir auch im täglichen Kontakt mit rücksichtslosen Ä... sehr viel besser. 
iGing antwortete am 18. Jul, 13:47:
Wieso muss, um bestimmte unliebsame Verhaltensweisen zu beschreiben, eigentlich immer diese unsägliche Fäkalsprache herhalten? Okay, 'rücksichtslos' soll das bedeuten, das hab ich mittlerweile schon verstanden, aber was sonst noch? Kann man das nicht benennen ohne A... und Ä... ? Bei mir löst der Gebrauch dieser Worte bzw. der Abkürzungen das Gefühl aus, dass hier ein Gedankengang in der Auseinandersetzung übersprungen werden soll, indem man auf die insgeheime Zustimmung der Anderen hofft, wenn man jem. als A... tituliert. Eine echte Auseinandersetzung ist das nicht, meine ich.
Ich meine damit nicht, dass man vergeben statt verurteilen sollte (unabhängig davon, ob man das vielleicht tatsächlich sollte), sondern dass man sich ehrlich auseinandersetzen soll. Das fehlt mir bei dieser Art von A...rgumentation immer. 
zuckerwattewolkenmond antwortete am 18. Jul, 14:19:
Ich habe die Vokabeln
des Beitrags aufgegriffen und ich finde diese auch absolut ok. Wenn man sich so richtig wütend und hilflos fühlt, ist das doch total natürlich, daß man zumindest für sich selbst diese Wut irgendwie abreagiert. Das heißt ja nicht, daß man sie deshalb anderen ins Gesicht schreit, wobei mir selbst manchmal ziemlich die Ohren schlackern, wenn ich höre, was manche Leute so hinter ihrem Steuer im Straßenverkehr von sich geben. Aber eine konstruktive Art mit Wut umzugehen ist eben nicht, sie zu unterdrücken, sondern sich zu erlauben, sich selbst nicht im Stich zu lassen (wobei die Wut uns helfen möchte), aber sich dabei zu beobachten und zu nähren ohne sich mit ihr zu identifizieren, so daß sie zu blinder Wut werden kann. Und ich finde es auch völlig menschlich und legitim, wenn man in einer Situation, in der man sich hilflos fühlt, sich die Zustimmung und den Rückhalt anderer Menschen sucht, und sei es halt durch lästern, weil man sich durch Gemeinschaft halt auch wieder stärken kann und das gerade in solchen Situationen oft braucht. 
gamine antwortete am 18. Jul, 22:59:
Ein sehr berechtigter Einwand. genau: die a: sprache ist ziemlich simpel.

da versuche ich doch mal, das treffender zu umschreiben. und genau i ging, mit dem a. Zeugs kommen wir nur auf die Assotiationen lesenden Mensches zurück, und beschreiben nicht genau unser empfinden.

ich meinte konkret mit der allumfassenden a-bezeichnung: Menschen, die (mich) beleidigen. Menschen, die (mich) abwerten. Menschen, deren Aussage mich verletzt. Menschen, die Sachen machen, die mir zu wider sind. Menschen, die mich mit ihren Aussagen, bewusst oder unbewusst, abwerten. Menschen, die einfach nicht wach sind und daher einfach nicht anders können. Menschen die so drauf sind wie, ehrlich gesagt, ich es manchmal auch bin. Und daher ich künftig versuchen möchte, im ersten Impuls ihnen zu verzeihen, anstatt sie zu verurteilen. oder, Verständnis entgegenzubringen anstatt verletzt zu sein.

danke iging für diese tiefe! 
C. Araxe antwortete am 19. Jul, 00:19:
Hm, ich finde es mehr als nachvollziehbar, dass man sich erst einmal verletzt fühlt, wenn man aus eigener Sicht verletzt wurde. Das Gefühl ist erst einmal da – unabhängig davon, ob man vielleicht überreagiert oder ob es sich schlicht um Menschen handelt, die es nicht besser können oder auch gar nicht wollen. Allgemein versuche [sic!] ich zunächst nicht sofort zu reagieren. Mit etwas Abstand stelle ich oft fest, dass mir a) vieles egal ist, was jemand meint oder b) dass ich nachvollziehen kann, warum jemand so etwas meint ohne die Meinung zu teilen. Letzteres ist aus meiner Sicht aber eher Verständnis und hat weniger mit einem absoluten Verzeihen zu tun, sondern mehr damit, dass man darüber reden sollte (und die eigene Verletztheit zwar durchaus zur Sprache bringt, aber dies nicht vornehmlich das Diskussionsthema ist.) Grundsätzlich alles zu verzeihen ist doch nichts, wo man kommunikationsmäßig weiter oder gar zusammen kommt, oder? 
zuckerwattewolkenmond antwortete am 19. Jul, 12:41:
Meiner Meinung
nach ist Verständnis, bzw. Verstehen sowieso viel wichtiger als Verzeihen, und aber auch eine Grundvorrausetzung für echtes Verzeihen. Das Problem ist nur, daß man, wenn man sich selbst und seine Gefühle nicht versteht, auch andere nicht wirklich verstehen kann. Wenn man aber verstanden hat, merkt man, daß alles da ist und da sein darf, sowohl Wut als auch Vertständnis. Ein Konflikt zwischen beidem entsteht eigentlich nur, weil der menschliche Verstand dauernd versucht, sich für eine Seite zu entscheiden, was aber dazu führt, daß die andere Seite zu kurz kommt - seien es nun die eigenen wichtigen Gefühle, die wollen, daß man gut auf sich selbst aufpaßt oder die Empathie. Dabei bedeutet Empathie gar nicht, daß man sich selbst aufgibt und nicht für sich eintritt. 
gamine antwortete am 19. Jul, 17:57:
Die eigenen Gefühle wahrnehmen auf jeden Fall. Und dass das in einer Auseinandersetzung mit dem anderen Menschen zu einem wichtigen Prozess kommen kann ist sehr wünschenswert. In Freundschaften, Paarbeziehungen oder einfach in allen Beziehungen, wo einem etwas an der Beziehung zum anderen liegt. Ist Verständnis und das reden über Gefühle wohl wichtiger als verzeihen.
Jedoch bei Menschen, die um uns rumschweben und wir mit ihnen zu tun habe, gut aber darauf verzichten können, finde ich verzeihen so hilfreich, weil ich sonst noch länger hadere oder grolle mit der Situation, und das einfach nur das eigene Gefühl färbt, ich bin lieber in Frieden als am grollen, und sich einigen Menschen gar nicht ändern wollen oder können und ich nur meine eigene Wahrnehmung der Situation verändern kann.
Und vielleicht ist verstehen und verzeihen gar nicht weit weg voneinander, bzw. beinhalten einander. 
zuckerwattewolkenmond antwortete am 19. Jul, 18:46:
Ja, Groll fühlt
sich nicht gut an und man ist geneigt, dann lieber zu verzeihen. Allerdings ist Groll nichts anderes als verhärtete und aufgestaute Wut und die Gefahr, statt wirklich zu verzeihen zu verdrängen ist ziemlich groß. Ich weiß das so genau, weil ich das von mir selbst kenne: früher habe ich meine Wut lieber oft runtergeschluckt, fühlte mich aber natürlich trotzdem ungerecht behandelt und grollte, aber weil ich nicht grollen wollte, deckte ich lieber so ein Verständnismäntelchen um alles. Aber Verstehen alleine reicht eben doch nicht, um auch tatsächlich zu verzeihen, sondern bei mir war es eher so, daß ich mich damit selbst verließ und damit auch mein eigenes Selbstwertgefühl untergrub. Inzwischen, sehr viel klüger geworden dank der psychologischen Werkzeuge, die ich während meiner Erkrankung an die Hand bekam, schätze ich eigentlich meist die Energie der Wut sehr (ok, nicht immer), weil ich sie ja eben auch konstruktiv einsetzen kann, z.B. zum Tanzen, und sie mir hilft, bei mir selbst zu bleiben. 
gamine antwortete am 20. Jul, 12:38:
ja, gut dass du das sagst, die Gefahr die eigenen Gefühle zu verdrängen und sich selber so zu verleugnen ist gross. Und das ist dann noch viel schlimmer, wenn wir so mit uns selber umgehen. Es braucht wirklich viel Achtsamkeit und Wachheit... Und das gelingt einem mal besser, dann wieder weniger ;-). Hauptsache wir bleiben drann :-).

Das Gefühl aber, dass ein Angriff von aussen bei mir wirklich nicht mehr ankommt und ich mich nicht wehren muss und nur die Schultern zucken kann und froh sein, dass ich nicht so unterwegs bin wie der, das ist so immens befreiend, dass ich das mehr und mehr üben will. 
zuckerwattewolkenmond antwortete am 20. Jul, 13:37:
"Das Gefühl aber, dass ein Angriff von aussen bei mir wirklich nicht mehr ankommt und ich mich nicht wehren muss und nur die Schultern zucken kann und froh sein, dass ich nicht so unterwegs bin wie der, das ist so immens befreiend, dass ich das mehr und mehr üben will. "

Daran übe ich auch noch, denn das ist irgendwie so eine Wunschvorstellung, das zu können, aber halt nicht mehr auf Kosten meiner inneren Wahrheit, zumal man ja, wenn man sich selbst belügt, das eh immer wieder aufs Butterbrot geschmiert bekommt. Je mehr man etwas abwehrt, um so stärker klammert es sich fest, bzw. genauer gesagt, man selbst haftet daran und wird von außen gerne regelmäßig darauf hingewiesen.

Meine Psychoonkologin sagt immer "Wut ist klare, reine Energie." und im Prinzip trifft das auf alle Gefühle zu, wenn man sie von den Gedanken trennt. Und Energie festzuhalten bringt nichts, außer Energieverlust, bis hin zur Depression, oder gefährliche "Spontaneruptionen". Die Macht besteht vielmehr darin, selbst zu entscheiden, wohin die Energie fließen soll - zu etwas, das uns gut tut, oder zu etwas, das uns noch mehr aufreibt. Und wenn die Energie so gelenkt fließen kann, stellt sich die Befriedung dann oft auch ziemlich schnell ein. Ist aber alles leichter gesagt als getan (wobei ich nicht ausschließen möchte, daß es auch das ein oder andere "Naturtalent" darin gibt.) ;-) 
seenia meinte am 26. Jul, 09:54:
Ich habe einen Beitrag und die Kommentare letzte Woche in meinen Ferien gelesen, und finde: sehr sehr sehr spannend! und auch schön zu sehen, dass es unterschiedlich ist.
Jede Person ist in ihrer eigenen Geschichte, nimmt Dinge anders wahr, hat einen anderen Background und geht mit Geschehenem anders um.

ich habe mich auch gefragt: brauch eich Wut um zu verzeihen? Ich sehe es ähnlich wie Du liebe gamine :) Ich habe das auch gelernt: verzeihen. Bedeutet für mich: ist nicht meine Story, ist ihre Story. Und ich finde es eine für mich schwierige Gradwanderung zwischen "bei mir selbst bleiben und Dinge ansprechen" und "die Anderen so lassen, wie sie sind".

Ich habe enorm viel Ruhe in mir selbst gefunden, indem ich Verhalten und Reaktionen von anderen Menschen nicht auf mich beziehe. Und trotzdem MEINE Regeln mitteile und lebe.

Das mit "auf den Sack gehen" - kenne ich sehr gut :) Egal! (finde ich). Es ist mein Weg, meine Geschichte.


so, habe fertig.

übrigens, interessant, dass Twoday noch immer lebt! hihi 
 

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